Ho’oponopono – sich selbst begegnen
(Ho'oponopono Teil 2)
Wenn man heute nach Ho’oponopono sucht, begegnet man häufig vier einfachen, berührenden Sätzen, die auf den ersten Blick leicht zu verstehen scheinen:
Es tut mir leid.
Bitte verzeih mir.
Ich liebe dich.
Danke.
Im ersten Artikel habe ich bereits beschrieben, dass Ho’oponopono weit mehr sein kann als diese vier bekannten, oft wiederholten Sätze. Hinter ihnen kann sich ein Weg verbergen, sich selbst ehrlich und liebevoll zu begegnen.
Der Weg nach innen und zurück zu mir selbst
Viele unserer Vorstellungen über uns selbst entstehen bereits sehr früh in unserem Leben.
Wir erfahren, was von uns erwartet wird. Wir hören, wie andere uns sehen. Wir lernen, was richtig oder falsch sein soll, was wir können oder nicht können, wie wir sein sollten und wie besser nicht.
Mit der Zeit kann daraus ein Bild entstehen, das wir für unser eigenes halten.
Doch ist dieses Bild wirklich das, was wir sind?
Oder ist es nur das, was wir im Laufe unseres Lebens über uns gelernt und übernommen haben?
Genau hier beginnt für mich eine besonders interessante Seite von Ho’oponopono.
Es geht nicht darum, uns selbst zu verurteilen oder ständig nach Fehlern zu suchen. Es geht vielmehr darum, wahrzunehmen, was in uns geschieht.
Welche Gefühle sind da?
Welche alten Verletzungen wirken vielleicht noch?
Welche Gedanken und Muster bestimmen unser Leben?
Und was davon gehört wirklich zu uns?
Verantwortung bedeutet nicht Schuld
Ein wichtiger Bestandteil dieses Weges ist für mich die Übernahme von Verantwortung.
Das bedeutet nicht, dass wir für alles verantwortlich sind, was andere Menschen tun oder was uns im Leben widerfährt.
Es bedeutet vielmehr, dass wir uns anschauen, was eine Erfahrung in uns ausgelöst und hinterlassen hat.
Denn die Vergangenheit können wir nicht verändern.
Andere Menschen können wir nicht verändern.
Aber wir können uns selbst begegnen – und damit beginnen, das, was in uns noch gebunden ist, wahrzunehmen und loszulassen.
Vielleicht liegt genau darin eine besondere Kraft dieses Weges.
Nicht im Kampf gegen das, was war.
Sondern in der Bereitschaft, Frieden damit zu finden.
Von der Selbstkritik zur Selbstliebe
Wenn wir beginnen, uns selbst wirklich anzuschauen, begegnen wir nicht immer nur den Seiten, die wir gerne sehen.
Manchmal entdecken wir Verletzungen.
Manchmal alte Muster.
Manchmal Dinge, für die wir uns selbst noch immer Vorwürfe machen.
Und manchmal begegnen wir Seiten von uns, die wir lange verdrängt oder nicht wahrhaben wollten.
Doch auch das darf da sein.
Selbstliebe bedeutet für mich nicht, alles an sich gut finden zu müssen.
Sie bedeutet vielmehr, sich selbst nicht länger abzulehnen.
Sich selbst mit all dem anzunehmen, was zum eigenen bisherigen Weg gehört.
Und vielleicht entsteht genau daraus etwas, das wir uns oft im Außen wünschen:
Frieden.
Ich gebe dir einen geschützten Raum, in dem du dir selbst begegnen darfst.
Für mich beginnt die wahre Bedeutung dort, wo wir bereit sind, den Blick nach innen zu richten.
Oft sind wir mit dem beschäftigt, was im Außen geschieht: mit Menschen, die uns verletzt haben, mit belastenden Situationen, Enttäuschungen, Ängsten oder Konflikten.
Wir wünschen uns, dass sich etwas verändert.
Vielleicht soll ein Problem verschwinden. Vielleicht möchten wir vergeben können. Vielleicht sehnen wir uns danach, endlich Frieden mit etwas zu finden, das uns schon lange begleitet.
Doch was geschieht, wenn wir nicht nur fragen:
„Wie werde ich dieses Problem los?“
Sondern:
„Was möchte mir diese Erfahrung über mich selbst zeigen?“
Und wer bin ich wirklich?
Je mehr wir loslassen, was uns nicht mehr dient, desto mehr Raum kann entstehen.
Raum für Ruhe.
Raum für Dankbarkeit.
Raum für das eigene Empfinden.
Und vielleicht irgendwann auch für eine Frage, die tiefer geht als jede konkrete Problematik:
Wer bin ich eigentlich – jenseits all dessen, was mir über mich selbst erzählt wurde?
Ich glaube nicht, dass ein anderer Mensch diese Frage für uns beantworten kann.
Auch ich kann dir nicht sagen, wer du bist.
Ich kann dir nur einen Raum anbieten, in dem du dich selbst auf eine andere Weise wahrnehmen und dir begegnen kannst.
Vielleicht liegt genau darin für mich ein wesentlicher Teil dessen, was Ho’oponopono sein kann:
Nicht nur ein Weg, um etwas Belastendes loszulassen.
Sondern ein Weg, auf dem wir uns selbst wieder ein Stück näherkommen.
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